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CALMING
SIGNALS
Calming Signals – was ist das eigentlich ? Calming
Signals könnte man als die Gebärden Sprache des
Hundes bezeichnen, denn auch Hundekommunizieren
miteinander bzw. mit uns Menschen, sie versuchen es
zumindest. Leider sind wir Menschen für diese Signale
nicht sehr empfänglich und deuten das Verhalten
unseres lieben Vierbeiners oftmals völlig falsch.
Die Sprache der Hunde besteht aus einer Vielzahl
von Signalen, die sie mit Hilfe ihres Körpers, des
Gesichts, der Rute, der Ohren über Gesten und Töne aus- senden
Hunde sagen uns stets, was los ist, bevor etwas passiert.
Wenn wir Menschen nun lernen auf diese Signale zu
reagieren, ja, diese Signale zu verstehen, dann
können wir Gefahren vermeiden, den Hund beruhigen und
Kinder sofort wegnehmen wenn dieser es möchte.
Im groben bedeuten Calming Signals folgendes : 1.
Ich bin harmlos, tu mir nichts 2.
Ich bin der Boss, aber ich tu dir nichts 3.
Ich mache dir keine Schwierigkeiten 4.
Ich möchte keinen Ärger 5. Du kommst
mir viel zu Nahe, tu mir nichts usw.
So, jetzt aber zu der Beschreibung
der bekannten und oft missverstandenen Beruhigungs-Signale:
Folgende Signale sind näher beschrieben(durch Anklicken
schnell erreichbar): Langsame
Bewegung Den
Körper wegdrehen Den
Kopf wegdrehen Wedeln
mit der Rute Am
Boden schnüffeln Gähnen Hinlegen,
Hinsetzen Dazwischen
gehen Lippenlecken
Langsame
Bewegung
Hunde
gehen nicht frontal aufeinander zu! Wenn sie sich
nähern, werden Ihre Bewegungen bedächtiger und sie
weichen in einem Bogen aus. Rufen wir unseren
Hund im Kasernenton oder machen hektische Bewegungen,
dann werden wir feststellen, dass er genau das Gegenteil
von dem tut, was wir wollen. Er kommt langsam
heran, weil er uns beruhigen will !
Ist ein Hund im Kreis von anderen Hunden und wir
rufen ihn dort ab, wird er nur langsam die Gruppe
verlassen, auch wenn er sonst schnell gehorcht.
Jetzt kann man sich ungefähr denken, was wir einem
Hund antun, wenn wir ihn an kurzer Leine halten
und geradlinig auf ein fremdes Mensch-Hund-Team zu
marschieren.
Wenn wir also ein fremdes Rudel treffen, sollten
wir unser Tempo verlangsamen und einen kleinen Bogen
laufen. Das ist übrigens ein guter Tipp für Jogger,
denn auch wir Menschen können diese Calming Signals
aussenden. Für Jogger wäre so manche Begegnung
mit Hunden angenehmer, wenn sie ihr Tempo verringern
und einen kleinen Ausweichbogen laufen würden. 
Den
Körper wegdrehen
Jemanden
seine Flanke zuzudrehen bedeutet, dass man seine Waffen
zur Seite nimmt. Hunde entschärfen das Spiel, wenn es
Ihnen zu wild wird, indem sie genau dieses tun. Sie
drehen den Körper weg, schnüffeln, pinkeln, setzen oder
legen sich hin und damit erreichen sie, dass die Bewegung
in etwas ruhigere Gewässer zurückrudert. 
Den
Kopf wegdrehen
Dieses
Signal zeigt der Hund, wie das Schnauzelecken, Schütteln,
wenn ihm ein anderer Hund gegenübersteht, wir
Menschen ihm zu sehr auf die Pelle rücken, wenn wir
ihn anstarren oder wenn wir ein schönes Porträt-Foto
von ihm knipsen wollen. Der Hund dreht seinen Kopf weg
und schaut scheinbar verlegen zur Seite. Er zeigt
uns, dass er sich nicht wohl fühlt. Entschärfen wir
also die Situation, indem wir neben den Hund gehen
und unsererseits Calming Signals aussenden, bis
er selbst wieder auf uns zukommt. Dann streicheln wir
ihm die Flanken oder beschäftigen uns mit etwas
anderem.
Das
Wedeln mit der Rute
Das
Wedeln mit der Rute bedeutet nicht immer, dass sich
der Hund freut Der Hund steckt oft in zwiespältigen
Empfindungen und wedelt auch dann leicht mit dem Schwanz.
Wir müssen den Hund als ganzes anschauen ! Kommt er
in niedriger Stellung an, hat die Ohren tiefgelegt,
winselt er, legt sich auf den Rücken oder pinkelt
vielleicht sogar, dann ist das Wedeln mit der Rute eine
„Weiße Fahne“, ein Signal um uns zu beschwichtigen.
Beobachten können wir das, wenn wir energisch mit
schlechter Laune die Tür knallen und durch die Wohnung
stampfen, wenn ein Fremder den Hund anspricht und
sich über ihn beugt. Wie oft haben wir intensives
Gewedel mit Drehen des Körpers als schlechtes Gewissen
gedeutet ? Nein, der Hund will uns beruhigen, er
bittet um ein friedliches Miteinander.
Am
Boden schnüffeln
Das
plötzliche Schnüffeln des Hundes, während er mit anderen
spielt, ist häufig zu beobachten und bedeutet, dass
der Hund einer problematische Situation aus dem Wege
gehen will. Da Hunde auch schnüffeln, um Gerüche aufzunehmen,
müssen wir hier wieder die ganze Szene beobachten um
dieses Signal zu deuten.
Gähnen
Gähnen
ist ein faszinierendes Signal, das auch wir Menschen
gut ausführen können. Ein Hund gähnt, wenn wir zum Tierarzt
gehen, wenn ihm ein Kind zu nahe kommt, wenn es Zank
in der Familie gibt, wenn er sich in engen Räumen aufhalten
muss. Er gähnt um Stress aus seinem Körper zu nehmen.
Dieses Signal ist schon eine eindringliche Bitte, zurückzutreten.
Gähnen wir also ruhig einmal, wenn es laut knallt, wenn
die Handwerker Krach in der Wohnung machen, wenn ein
fremder Hund auf uns zukommt. Unsere Hunde werden sich
beruhigen, wenn sie sehen, dass wir Calming Signals
aussenden.
Hinlegen,
hinsetzen
Legt
sich ein Hund auf den Rücken, bedeutet dies manch- mal
Unterwerfung. Wenn er sich bei Begegnungen mit
fremden Hunde (auf den Bauch) hinlegt, dann will er
die Situation entschärfen. Der Welpe wirft sich manchmal
auf den Rücken, wenn ihm das Spiel zu rau wird.. Schalten
wir also einen Schritt zurück, wenn sich der Hund so
zeigt. Beispielsweise auf dem Hundeplatz, wenn der Hund
langsamer wird, sich hinsetzt, hinlegt, gähnt oder sonstige
Calming Signale zeigt, sollten wir zurückschalten, denn
in dieser Situation ist das lernen blockiert.
Dazwischen
gehen(Splitting)
Wenn
Hund miteinander spielen und ein anderer sich zwischen
zwei besonders ausgelassen, spielende drängt, befürchtet
er, dass sich Spannungen aufbauen und er will diese
Situation entschärfen.
Wie oft ist der Hund schon zwischen uns gegangen,
wenn wir unseren Partner küssen oder umarmen – und wie
oft haben wir dies als Eifersucht gedeutet ?
Lippenlecken
Ein
schnelles Signal, welches der Hund oft zeigt, wenn sich
z.B. ein Mensch von vorne über ihn beugt oder mit verärgerter
Stimme mit ihm redet. Wieder möchte er die Situation
beschwichtigen und uns gutmütig stimmen. Vermeiden wir
es also in Zukunft uns von vorne her über ihn zu beugen,
wenn wir ihn heranrufen, um ihn anleinen zu wollen.
Mit in die Knie gehen oder dem Einklicken des Karabiners
von der Seite her geht es auch.
All diese Erkenntnisse wurden von Turid Rugaas
für uns entdeckt und entschlüsselt!!
Sie hat eine eigene Homepage (leider Englisch):
Calming
Signals Community
Sehr schön ist dies auch alles auf der wunderbaren
Seite von "Spaß
mit dem Hund"beschrieben!!!
Die Bilder sind von der Seite von Turid Rugaas, Danke!
Mehr Infos zum Thema (Buch, Video, Working Book etc...)
bei Animal
Learn
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